Interview mit indigoblau – nachhaltig Reisen mit einer Portion Mystik

Andrea Lammert von indigoblauAndrea Lammert von indigoblau

Indigoblau wie…

der Himmel zur Blauen Stunde, tiefes Meer, das 3. Auge, ein Nazar-Amulette, Mongolische Gebetsschalen, der Mantel der Jungefrau Maria, Weite, Unendlichkeit und Harmonie, Türen in Marokko und Fernsterramen in Griechenland, Tücher der Tuareg…

und was fällt Euch zu dieser Farbe ein?

Das fragt Andrea Lammert auf Ihrem Travelblog indigoblau. Um Andrea und ihrem Blog besser kennenzulernen, habe ich Sie um ein Interview gebeten und mich sehr über ihre Antworten gefreut.

Hallo Andrea, bitte stelle dich kurz vor.

Ich bin Andrea, Ende 40, Mutter von zwei Kindern und lebe in einem kleinen Dorf in Niedersachsen. Reisen ist meine große Leidenschaft, die auch mein Beruf ist, denn ich bin Reisejournalistin und schreibe Bücher für einige Verlage. Meinen Blog www.indigo-blau.de liebe ich, weil ich dort schreiben kann ohne Briefings und Rahmen, sondern so, wie es mir passt

Andrea Lammert von indigoblau

Andrea Lammert von indigoblau

Was fasziniert dich am Reisen besonders? Auf welche Art und Weise reist du?

Das sind zwei Möglichkeiten: Entweder allein, dann recherchiere ich vor Ort, gerne bei uns in Norddeutschland, denn man muss meiner Meinung nicht immer weit reisen, auch das Nahe kann sehr spannend sein und tolle Erlebnisse bringen. Am liebsten aber reise ich langsam, gehe viel zu Fuß und erlebe intensiv die Landschaft, die um mich herum ist. Mein Spezialgebiet ist ja die Mystik, und dafür muss man sich einfach Zeit nehmen, sonst kann man die Sachen gar nicht spüren. Ich reise gerne einfach, brauche keine Luxushotels oder so, sondern bin lieber nah dran in kleinen Pensionen oder in der Jurte.

Oder ich reise ganz klassisch mit meinen Kindern – Ferienhaus und Co. Aber eben nicht budgetsprengend, denn vom Bücherschreiben wird man bekanntermaßen nicht reich.

Andrea in Warnemünde

Andrea in Warnemünde

Wie kamst du darauf einen Blog zum Thema reisen zu betreiben?

Bei meinem Beruf als Reiseautorin lag das nahe, eine Plattform zu haben, auf der ich schreiben kann, so wie ich es möchte – ohen Vorgaben.

Was macht für dich einen guten Reiseblog aus?

Ehrlichkeit, Autentizität. Spannende Themen aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, gute Fotos, aber auch saubere Recherche und gute Informationslage. Doch das Optische ist wohl am wichtigsten, die Fotos sind entscheidend, denke ich, ob jemand auf der Seite bleibt oder geht. Bis er zum Text kommt, ist ein großer Schritt.

Wer ist die Zielgruppe deines Blogs und welches Reisebudget sollte sie mitbringen?

Menschen, die ein bestimmtes Bewusstsein haben, denn mein zweites Spezialthema ist ja die Nachhaltigkeit. Ich möchte eigentlich nur, dass die Menschen nachdenken, bevor sie Schritte machen, die großen Einfluss auf unsere Umwelt haben und mag eher den minimalistischen Ansatz als Luxus, deswegen muss das Budget nicht groß sein. Man kann auch günstig mit der Bahn nach Paris oder Budapest kommen oder mit dem Bus, ohne den Flieger zu bemühen. Ansonsten müssen meine Leser sich schon auch für den Norden interessieren, der bei mir eine große Rolle spielt.

Huelgoat in der Bretagne

Huelgoat in der Bretagne

Welche Themen werden Leser*innen am häufigsten in deinem Blog finden? Fokussierst du ein bestimmtes Thema in deinem Blog?

Das habe ich ja oben schon beantwortet: Nachhaltigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch viele Berichte, ich schaue mir schon ganz genau an, was ich vorstelle auf meinem Blog. Und denn müssen sie auch ein wenig ein spirituelles Faible haben, denn immer wieder finde ich Kraftplätze oder schreibe eben nachdenklichere Sachen zu den Stätten, die man so besucht.

Welche Länder findest du besonders bereisenswert?

Mongolei und Tansania. Und natürlich Norddeutschland. Warum?

Afrika war seitdem ich denken konnte, ein großer Wunsch von mir und die Reisen nach Tansania und teilweise auch längeren Aufenthalte dort, bleiben mir einfach ewig unvergessen. Vor allem wegen der Menschen und der Freundschaften, die sich dort gebildet haben, als ich dort als Englischlehrerin gearbeitet habe. Als ich vor drei Jahren in der Mongolei war, hatte ich ein ähnliches Gefühl, das mich nicht oft auf Reisen befällt. Ich war einfach tief berührt von dieser Landschaft, den Menschen und vor allem aber, dass auf dem Grund, auf dem ich stehe, seit Tausenden von Jahren keine Menschen etwas verändert haben, keine Zäune gesetzt, keine Mauern gebaut. Es war einfach nur weites Land. Unglaublich schön. Und in Norddeutschland bin ich geboren, ich habe nordisches Blut, brauche den Wind, das Raue und die Herausforderung, die sich vor allem an der Nordsee zeigt.

Sonnenuntergang auf Juist

Sonnenuntergang auf Juist

Welche drei wichtigsten Tipps und Tricks möchtest du mit allen Reiseinteressierten teilen? Was sollte wirklich jeder beim Reisen beachten?

Gibt es da noch Geheimtipps? Ich weiß nicht. Ich finde, es ist wichtig, bewusst zu reisen.

Tip 1. Wenig Müll zu hinterlassen. Unsere Welt hat schon genug Plastik im Umlauf. Deswegen habe ich immer Tüten im Gepäck, Flaschen, und Cups, um den Coffee to Go nicht aus Einweggeschirr zu trinken. Manches braucht man auch nicht im Plastik einzuhüllen. Und wenn man doch Plastik hat, finde ich es gerade in anderen Ländern wichtig, dieses auch sauber und gut zu entsorgen.

Tip 2: Immer Nüsse, Trockenfrüchte und Ähnliches im Gepäck haben. Ich habe immer irgendwann Hunger an den unmöglichsten Orten, da helfen Nüsse und Datteln schnell mal über den Hungerast. Im Flugzeug übrigens habe ich auch immer Obst an Bord, das Essen dort ist ja ziemlich grausam, deswegen sind bei mir immer Möhren und Äpfel in der Tasche, über die ich mir dann über den Wolken richtig freue.

Tip 3: Essen, wo die Einheimischen sitzen. Nicht dort, wo die Speisekarten übersetzt sind und lang, sondern am besten dort, wo man sie nicht lesen kann und dann mit Händen und Füßen bestellen. Das ist total gut und ist richtige Nahrung und kein Industrieessen. Lieber mal beim Bäcker ein Sandwich machen lassen, als zum Schnellimbiss gehen. Und wenn man Angst hat, fiese Sachen serviert zu bekommen, einfach sagen, man ist Vegetarier, dann ist ist die Chance nicht so groß, Euter, Wal oder Hammelhoden serviert zu bekommen.

Welche Ziele hast du noch mit deinem Blog?

Na, ganz viele Leser bekommen! Und mit den Kommentaren ganz viel mit den Menschen in Kontakt kommen, die mich lesen. Generell besser gefunden zu werden und zu wachsen, denn indigo-blau gibt es erst seit dem Jahr 2017, weil ich zuvor meine Blogartikel in einem Gemeinschaftsblog veröffentlicht hatte, aus dem ich ausgetreten bin. Im Jahr 2017 noch mal neu zu starten, wo man schon einen Blog aufgebaut hat, ist eine große Herausforderung, deswegen steht Wachstum und Gefundenwerden bei mir noch etwas länger an oberster Stelle. Und dann: Menschen zu begeistern für die schöne Welt, die es zu erhalten gilt. Und natürlich, mein Traum ist, irgendwann nur vom Bloggen zu leben.

Vielen Dank, dass ich das Interview geben durfte. Und ganz viel Erfolg für dein Projekt!

 

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