Interview mit IsasWomo – Der Campingblog für Alleinreisende, vanlife Paare und Camper auf 4 Pfoten

Es ist so weit! Vor wenigen Tagen habe ich den Newsfeed Reiseblognews.com ins Leben gerufen. Nachdem die Webseite eingerichtet und die ersten Reiseblogs in den Feed integriert waren, nahm ich Kontakt zu einigen der Blog-Betreiber*innen auf. Ich habe sie darüber informiert, dass ich meine Idee umgesetzt hatte, einen leicht zugänglichen Überblick über die besten deutschen Reiseblogs zu geben. Außerdem fragte ich, ob sie Lust auf ein Interview hätten, in dem wir darüber sprechen, wie sie dazu kamen einen Reiseblog zu betreiben und was ihnen dabei wichtig ist. Außerdem habe ich die bekanntesten Reiseblogger*innen nach ihren wichtigsten 3 Tipps, die alle Reisenden beachten müssen, gefragt.

Isa von IsasWomo war die Erste, die sich zurückmeldete. Sie hat mir in einer sehr freundlichen Antwort gesagt, dass sie gerne meine Fragen in einem Interview beantwortet. Ich habe mich sehr über ihre Nachricht und die interessanten Antworten gefreut und konnte gar nicht schnell genug an den Computer, um das Interview mit IsasWomo-Blog für Reiseblogsnews.com zu schreiben.

Nun möchte ich dich aber nicht länger warten lassen und steige gleich ein mit der ersten Frage.

Hallo Isa, bitte stelle dich doch den Leser*innen, die dich noch nicht kennen kurz vor.

Hey zusammen,
ich bin Isa, anfang Dreißig, Hunde Mutti, Ruhrpott Kind, Küsten Fan, eher Nachteule als “früher Vogel”, ohne Kaffee geht nichts Mensch, “solo Traveller”, Camperin mit Wohnmobil und Reisebloggerin auf IsasWomo.

Isa auf dem Womo Treppchen in Lüneburg 2018 - IsasWomo Reiseblog

Isa auf dem Womo Treppchen in Lüneburg 2018

Vor mittlerweile 5,5 Jahren habe ich mir den Traum von einem kleinen, alten Wohnmobil erfüllt, nachdem ich auf eine sehr harte Tour lernen musste, dass das Leben nicht immer so läuft, wie man es sich vorstellt. Tja und seitdem bin ich zusammen mit meiner Hundeomi Milla immer wieder in Deutschland und ganz Europa on Tour.
IsasWomo habe ich vor gut 2,5 Jahren gegründet und von da an ging alles viel schneller als ich jemals erhofft hätte. Mittlerweile bin ich seit knapp 1,5 Jahren immer wieder als “hauptberufliche” Camping- und Reisebloggerin on Tour und bin einfach happy, dass es aktuell ganz gut läuft.

Was fasziniert dich am Reisen besonders? Auf welche Art und Weise reist du?

Ich bin grundsätzlich mit meinem Wohnmobil on Tour und habe in dieser Reiseform genau das gefunden, was alle meine Wünsche an das Reisen miteinander verbindet. Das mir so ein Road Trip allerdings so gut gefällt war eher Zufall, oder anders gesagt, vielleicht anfangs auch ganz schön naiv. Denn ich hatte zwar schon immer den Traum von einem eigenen, kleinen Wohnmobil, allerdings war ich bis zu meinem eigenen Womo noch nie mit einem solchen Fahrzeug unterwegs, ehrlich gesagt war ich zuvor noch nicht einmal campen, noch nie!
Dennoch genieße ich die Zeit on the Road total, keine andere Reiseform bietet mir die Freiheit so einfach das zu erleben, wonach mir an einem bestimmten Tag der Sinn steht. Paris an einem Regentag erleben, die Surfer am Atlantik beobachten und am nächsten Tag durch die Lavendelfelder der Provence spazieren…das klappt eigentlich nur mit einem Wohnmobil oder etwas ähnlichem.

IsasWomo im Sonnenuntergang in Twist in Deutschland im Juli 2018 - IsasWomo Reiseblog

IsasWomo im Sonnenuntergang in Twist in Deutschland im Juli 2018

Davon abgesehen ist so ein Wohnmobil natürlich auch für den Hund toll, denn reisen ohne Hund käme für mich niemals in frage, fliegen mit Milla im Frachtraum schon erst recht nicht und wenn man dazu auch noch eine eher ängstliche Hündin hat, die großen Wert auf ihr bekanntes Körbchen legt, ist es eben diese Reiseform die alles miteinander verbindet.

Wie kamst du darauf einen Blog zum Thema reisen zu betreiben?

Eigentlich begann ich bereits zu bloggen als meine ersten Reisen begannen. Damals allerdings noch über ein kostenloses Portal und auch nur aus einem einzigen Grund. Mir gingen die abendlichen Anrufe von sämtlichen Freunden und Bekannten nach kürzester Zeit so auf die Nerven, dass ich gesagt habe, ok ich schreibe euch jeden Tag ganz kurz und knapp wo ich gerade bin und was ich so erlebt habe, dann muss ich nicht jeden Abend 15 mal das selbe erzählen.
Schnell stellte sich dann aber heraus, dass mir auch immer mehr “fremde” Leute folgten, was einfach daran lag, dass es zu dieser Zeit kaum ECHTE Informationen von alleinreisende Frauen im Wohnmobil gab.

Gemütliche Lichterkette in Isas Womo in Greetsiel an der Nordseeküste 2017 - IsasWomo Reiseblog

Gemütliche Lichterkette in Isas Womo in Greetsiel an der Nordseeküste 2017, hier entstand sicherlich der ein oder andere schöne Blogartikel

So schrieb ich also regelmäßig meine Texte, aber ich war ganz, ganz weit davon entfernt, dass diese Seite auch nur irgendetwas von einem professionellen Blog hatte. Darum machte es mir auch nichts aus, als ich nach gut 2 Jahren die Nachricht bekam, dass das gesamte Portal über welches meine Seite lief, seinen Dienst einstellen würde. Für mich war in diesem Moment ganz klar, damit hatte sich das Thema schreiben erledigt.

Allerdings bekam ich immer mehr Nachrichten von mir fremden Leuten die fragten, wie sie mir denn weiter folgen könnten, sobald das Portal seinen Dienst einstellt. Das alles erzählte ich einer guten Freundin so nebenher während eines Frühstücks und wie aus der Pistole geschossen sagte sie, na dann versuch es doch mal richtig! Und ich weiß noch als wäre es gestern gewesen das ich antwortete: Ja klar und als nächstes werde ich Youtube Star!
Doch diese Freundin ließ nicht locker und stichelte mich immer weiter mit ihrer Idee von einem eigenen, möglichst professionellen Blog an. Tja und so kam es, dass ich die erste Nacht am Laptop verbrachte und mich heimlich über den Aufbau eines Blogs informierte. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt absolut keine Ahnung was man dazu brauchte, das gesamte Thema war mir vollkommen fremd. Es folgten hunderte weitere Tage und Nächte die ich auf zig Plattformen verbrachte bis ich 6 Monate später tatsächlich mit IsasWomo online ging.

Was macht für dich einen guten Reiseblog aus?

Für mich ist das aller, aller wichtigste an einem guten Reiseblog, dass sich hinter den Artikeln eine EHRLICHE Persönlichkeit befindet. Das sehe ich übrigens auch ganz abgesehen von IsasWomo so, schließlich folge ich vielen anderen Seiten genauso als ganz normaler Follower, wie Menschen die überhaupt nichts mit dem Thema Bloggen zu tun haben.

Isas Hund Milla auf ihrem Campingstuhl in St. Marie de la Mer Südfrankfreich 2017 - IsasWomo Reiseblog

Isas Hund Milla auf ihrem Campingstuhl in St. Marie de la Mer Südfrankfreich 2017

Meiner Meinung nach ist auch genau das der Punkt, der den Unterschied zwischen einem Blog und jedem anderen Informationsmedium ausmacht. Irgendwelche reinen Fakten über z.B. ein Reiseziel, kann ich mir auch aus jedem Magazin oder Reiseführer suchen. Wenn ich aber einem Blogger folge, dann mache ich dies um einen echten, ehrlichen und persönlichen Eindruck von dieser Person und ihren Reisen zu gewinnen. Natürlich ist es auch wichtig, dass sich Blogger darüber im klaren sind, dass Informationen richtig sein sollten, aber letztendlich folge ich einer bestimmten Seite, weil mi die Schreibweise, die Infos und die Persönlichkeit dieses Bloggers liegen. Darum finde ich es auch immer schwierig, wenn auf einem Blog sehr viele verschiedene Autoren zusammen kommen. Diese Seiten gleichen dann meiner Meinung nach viel eher Magazinen und müssen sich auch den Vergleich mit anderen Magazinen gefallen lassen, aber typische Blogs sind das in meinen Augen nicht unbedingt.

Wer ist die Zielgruppe deines Blogs und welches Reisebudget sollte sie mitbringen?

Hinter IsasWomo steht der Satz, “Der Campingblog für Alleinreisende, vanlife Paare und Camper mit Hund” und genau in diesen Menschen sehe ich auch die Zielgruppe von IsasWomo. Zudem schreibe ich nur auf deutsch, weshalb ich vor allem deutschsprachige Leserinnen und Leser habe. Ganz zu Beginn dachte ich noch, ich spreche vor allem ein jüngeres Publikum an, mittlerweile hat sich aber herausgestellt, dass sich die Leser im Alter von 25-35 Jahren und 55-65+ Jahren fast die Waage halten.

Im höchsten Norden Schwedens beim 5 Monate Roadtrip 2015 - IsasWomo Reiseblog

Im höchsten Norden Schwedens beim 5 Monate Roadtrip 2015

Dabei ist es mir ganz wichtig keinen “Glamping” Blog zu schreiben, darum gibt es z.B. auch die Menü Kategorie “Günstig campen – reisen trotz kleiner Urlaubskasse”. Ich selbst wurde mit 24 Jahren berentet und weiß sehr, sehr gut wie es ist mit ganz wenig Geld leben zu müssen. Diese Erfahrungen versuche ich auch auf dem Blog weiter zu geben.

Welche Themen werden Leser*innen am häufigsten in deinem Blog finden? Fokussierst du ein bestimmtes Thema in deinem Blog?

Mal abgesehen von meinen eigenen Touren beinhalten die meisten Artikel allgemeine Informationen zum Thema Camping und Road Trip in Europa. Obenauf kommen noch einige extra Hinweise für alleinreisende Camper. Dabei liegt mir die Unterstützung von Alleinreisenden immer wieder besonders am Herzen. Denn ich weiß wie unglaublich schön so eine Tour alleine sein kann und ich versuche immer wieder das Bild, welches viele Leute in unserer Gesellschaft vom “alleine sein” haben, ein bisschen zu verändern.

Die südfranzösische Atlantikküste bei Mimizan im Sepember 2017 - IsasWomo Reiseblog

Die südfranzösische Atlantikküste bei Mimizan im Sepember 2017

Alleine sein muss eben nicht immer bedeuten, dass man einsam und tief depressiv in seiner Bude hockt, oder ein absolut asozialer Waldschrat ist. Allein zu sein kann auch bedeuten, ohne schlechtes Gewissen, nur an sich selbst denken zu dürfen und einfach mal durch zu atmen, bevor einen der normale Alltag wieder einholt.

Ich weiß aber auch vor welchen Problemen man stehen kann, wenn man alleine verreist und ich versuche die “Mädels und Jungs” da draußen auf ihren Touren zu unterstützen oder ihnen vielleicht ein klitze kleines bisschen mehr Mut zu vermitteln.

Artikel zu Themen wie “Camping mit Kindern” oder auch alle Themen die z.B. in die offroad Schiene gehen, lasse ich allerdings bewusst aus. Wo wir wieder bei dem Thema ehrliche, persönliche Informationen wären. Wie soll ich z.B etwas richtig gutes zum Thema Camping mit Kindern schreiben, wenn ich selber nie mit Kindern reise? Das überlasse ich dann doch besser einigen tollen Kollegen, die auch wirklich wissen wovon sie schreiben.

Welche Länder findest du besonders bereisenswert?

Grundsätzlich finde ich, es müssen gar nicht unbedingt immer die ganz, ganz großen Reisen sein. Deutschland hat so schöne “unbekannte” Ecken, die lohnt es sich zu erkunden. Ansonsten liebe ich Skandinavien und war auch bereits viele Monate dort oben im Norden on Tour! Schweden, Dänemark, Norwegen, Finnland… das sind alles tolle Länder für einen Road Trip. Süd-Europa kann aber auch wunderschön sein, die langen Atlantik Strände z.B. oder die Seen der Pyrenäen. Ich würde die Frage etwas anders beantworten… jedes Land kann wunderschön sein, aber gerade auf einem Road Trip kommt es wohl ganz besonders auf die richtige Reisezeit an. Norwegen im Winter, mit einem alten Wohnmobil… das könnte schon schwierig werden 🙂

Welche drei wichtigsten Tipps und Tricks möchtest du mit allen Reiseinteressierten teilen? Was sollte wirklich jeder beim Reisen beachten?

Da ich ja nunmal vor allem zu dem Thema Camping und Road Trip blogge, gehen auch meine Tipps in diese Richtung.

Tipp 1

Niemals, niiiiiiiiemals, NIEMALS an Autobahn Raststätten übernachten. Im Internet gibt es immer noch Leute die von Überfällen durch Betäubungsgas sprechen, das ist allerdings zu 99,9% nicht möglich. Trotzdem werden jedes Jahr wieder tausende schlafende Camper auf Raststätten ausgeraubt, obwohl immer wieder davor gewarnt wird. Ich kann nur sagen… schlaft nicht an Raststätten!!!

Isas Hund Milla auf der Autobahn bei einer stundenlangen Vollsperrung - IsasWomo Reiseblog

Isas Hund Milla auf der Autobahn bei einer stundenlangen Vollsperrung

 

Tipp 2

Reisen und genießen ja, aber auch an Einheimische denken. Frei stehen bzw. wild campen kann zum Beispiel wunder, wunder schön sein. Allerdings sollte jeder unbedingt darauf achten, sich an die Gesetze vor Ort zu halten, so zu übernachten, dass man nicht z.b. mit einem Wohnmobil den halben Strandparkplatz in Beschlag nimmt und vernünftige Menschen lassen auch nicht ihr Abwasser auf einem Parkplatz ab oder schütten ihren Toilettentank in den nächsten Busch oder in die nächste Quelle! Ich glaube, wenn sich jeder Camper mal fragen würde, ob es ok wäre, wenn sich ein anderer Camper vor der eigenen Haustür so benimmt, wie man selbst, wären viele Problemchen aus der Welt geschafft. Zumal so ein schlechtes Verhalten eben auf uns alle zurück fällt, nicht ohne Grund werden immer mehr mögliche Übernachtungsplätze für Camper geschlossen.

Isas Womo in Nordfrankreich 2017 - IsasWomo Reiseblog

Isas Womo in Nordfrankreich 2017

Tipp 3

Und bei meinem 3. Tipp dreht sich (natürlich) alles um das Alleinreisen. Es ist eigentlich ganz egal in welchem Beziehungsstatus man gerade ist, wie alt man ist oder was sonst gerade im Leben so geschehen ist, wer von einer Reise alleine träumt, oder zumindest mit dem Gedanken spielt, sollte so eine Tour alleine einfach mal austesten. Alleine zu reisen kann wirklich toll sein und wenn ich das alles mit meinem sehr ausgeprägten “Trottelchen Gen” schaffe, dann schafft es auch JEDER andere eine Reise allein zu genießen.

Sonnenuntergang im Yachthafen Ebeltoft 2018 - IsasWomo Reiseblog

Sonnenuntergang im Yachthafen Ebeltoft 2018

Welche Ziele hast du noch mit deinem Blog?

Natürlich hoffe ich, dass ich IsasWomo noch weiter ausbauen kann, neue Kooperationspartner finde und durch neue Ideen weitere Einnahmen erziele. Vor wenigen Wochen konnte ich zum ersten Mal über 100.000 verschiedene, einmalig gezählte, Leser innerhalb eines Monats auf IsasWomo begrüßen und ich habe mich ehrlich gesagt, riesig über diesen Schritt gefreut. Ich hoffe einfach, dass ich diesen Weg als Reisebloggerin und Autorin noch eine ganze Weile weiter gehen kann und dem ein oder anderen Menschen mit meinem Artikeln behilflich sein kann.

So, das soll es auch schon gewesen sein… an alle Menschen, die das Interview bis hier hin verfolgt haben,VIELEN DANK!
Dir lieber Milan sage ich vielen Dank für dieses schöne Interview und dass ich dadurch die Chance bekommen habe, IsasWomo einigen neuen Leserinnen und Lesern vorzustellen. Vielen, vielen Dank für Deine Arbeit an diesem Portal und ich hoffe sehr, dass sich Deine Bemühungen auch ganz bald auszahlen.

Vielen Dank liebe Ise, für das tolle Interview, die persönlichen Einblicke in deinen Werdegang und die wichtigen Reisetipps! Ich wünsche dir noch viel Spaß mit deinem IsasWomo Reiseblog und freue mich auf weitere spannende und inspirierende Reisegeschichten von dir.

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